Der etwas andere Workshop zur Gehorsamkeitserziehung bzw. Bindungsaufbau im Alltag

 

 

 

Bindungsaufbau

 

 

„Bindung hat etwas mit Vertrauen und Zusammenarbeit zu tun und bezeichnet eine besonders enge soziale Beziehung zwischen dem Tier und einem anderen Individuum.“ (Erik Zimen, Der Hund - Abstammung, Verhalten, Mensch und Hund)

Essenziell ist das unsichtbare Band, das Zwei- und Vierbeiner miteinander verknüpft - jene Verbindung, die beiden erlaubt, sich beinahe blind zu vertrauen.

 

Gibt es Probleme mit dem Vierbeiner - sei es, dass er jagt, Kommandos nicht sofort befolgt oder den Ruf seines Menschen permanent ignoriert -, so kann ein Lösungsansatz sein, dass unbedingt an der Bindung gearbeitet werden muss.

 

„Wegwerfspiele“ sind keine Bindungsspiele. Warum? Weil Beschäftigungen, bei denen Ihr Hund unkontrolliert von Ihnen geworfenen Gegenständen hinterherjagen darf, im Grunde nur Folgendes bringen: Ihr Hund wird (vielleicht) müde. Er muss nicht nachdenken, er muss nur laufen, aufnehmen und wiederbringen. Gucken, laufen, aufnehmen, wiederbringen. Gucken, laufen, aufnehmen, wiederbringen und so weiter. Nicht besonders spannend. Und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund? Eigentlich nicht erkennbar. Der Mensch degradiert sich selbst zur Ballwurfmaschine. Er ist in diesem Spiel durch irgendwen oder irgendetwas ersetzbar.

 

Vielmehr kann jeder zu Hause mit seinem Hund, ob zu zweit oder gemeinsam mit mehreren Hunden und Hundefreunden, Spaß mit Bindungsspielen haben. Es gilt nur, einige Grundregeln zu beachten:

 

• Der Hund muss auf seinen Menschen konzentriert sein. Es hat wenig Zweck, an einer besseren Bindung arbeiten zu wollen, wenn der Vierbeiner gerade damit beschäftigt ist, seinen Hundekumpel zu begrüßen oder Kaninchen aufzustöbern. Deshalb sollten wir unseren Hund immer darauf einstimmen, dass wir jetzt etwas von ihm wollen.

 

• Wir sind in unseren Handlungen nicht vorhersehbar und lassen uns im Spiel immer wieder eine überraschende Wendung einfallen. So bleiben wir interessant.

 

• Bevor der Hund etwas von uns bekommt, fordern wir eine Gegenleistung dafür. Das muss nicht jedes Mal eine ausgereifte Performance sein, ein sehr zügig ausgeführtes „Sitz“ reicht auch mal.

 

• Wir zwingen den Hund nicht, mit uns zu arbeiten. Ist er zu sehr abgelenkt oder hat er partout keine Lust, versuchen wir es zwei Schritte weiter oder ein paar Minuten später erneut.

 

 

Dieser Workshop dient der

 

Förderung

  • der Geduld,
  • der inneren Konzentration,
  • der Ansprechbarkeit,
  • der Kooperationsbereitschaft,
  • der Bindung durch Interaktion,
  • der Kontrolle der Aufmerksamkeit des Hundes,
  • der Kontrolle in schwierigen Situationen und bei Ablenkungen,
  • der selbständigen Orientierung am Halter,
  • der Selbstkontrolle („Nachfragen“ bevor eigenständig gehandelt wird; selbstständige Rückversicherung)

 

 

Ziel des Workshops:

  • Der Hund lernt sich am Halter zu orientieren.
  • Der Fokus des Hundes wird von außen auf den Halter gelegt.
  • Jeder Richtungswechsel vom Halter wird prompt befolgt ohne eine Kommando zu erhalten. Schwierige Situationen können gemeistert werden, da der Hund seine Aufmerksamkeit z.B. vom verhassten Artgenossen, vom zu jagenden Wild oder Jogger, von auf dem Boden liegendem Fressen, vom fliegendem Ball (eben vom Objekt der Begierde) umlenkt auf den Halter. Der Hund wird dadurch kontrollierbarer.
  • Durch die Interaktionen wird die Bindung/das Team gestärkt. Der Halter wird interessanter. Der Spaziergang wird zum gemeinsamen Spaziergang und nicht zu einem Spaziergang, bei dem der Hund schnüffelnd seiner Wege geht.

 

Zielgruppe

  • Hunde, die selten Blickkontakt aufnehmen und den Halter selten wahrnehmen
  • Hunde, die sich schnüffelnd fortbewegen
  • Hunde, die sich schlecht konzentrieren können
  • Hunde, die Schwierigkeiten mit Ablenkungen (andere Hunde, Wild, Menschen, am Boden liegende Lebensmittel, Balle, Jogger…) haben.

 

 

Inhalte:

  • spontaner Blickkontakt
  • Blickkontakt auf Signal
  • Selbstkontrollübungen (Futter, Bewegung, Spiel)
  • Übungen zur Frustrationskontrolle
  • Schleppleinentraining
  • Seitenwechsel

 

Voraussetzungen:

  • Vollständiger Impfschutz mit Nachweis
  • Keine wesentlichen offensiv aggressiven Verhaltensauffälligkeiten (Beißen von Menschen, Tieren)
  • Leinenführigkeit ist nicht unbedingt erforderlich, da die Orientierung am Menschen in diesem Kurs gelernt wird.

 

Der Kurs findet ab 5 Mensch-Hund Teams statt (maximale Teilnehmerzahl: 8)

 

 

Dauer des Kurses, sowie Preise entnehmen Sie bitte der Preisliste.

 

Termine werden abgestimmt.

 

Der Kurs kann auch als Einzeltraining gebucht werden.